Was ist der RFI-Faktor?

Die Abkürzung RFI steht für "Radiative Forcing Index". Der RFI ist der Versuch, die Klimawirkungen von Flugzeugen vollständig zu erfassen. Radiative forcing kann mit Erwärmungswirkung übersetzt werden. Diese hängt bei den Luftverkehrsemissionen und deren Auswirkungen auf das Weltklima nicht allein von der Menge des ausgestoßenen Kohlendioxids ab. Flugzeuge verursachen neben dem COnoch andere Treibhausgase, die noch dazu in besonders sensiblen Schichten der Erdatmosphäre emittiert werden. Dies sind z.B. Stickoxide oder auch Rußpartikel und Wasserdampf.

Um die gesamten Klimawirkungen durch den Flugverkehr abschätzen zu können, werden deshalb die CO2-Emissionen mit dem sog. RFI-Faktor multipliziert. Über die exakte Höhe dieses Faktors bestehen noch wissenschaftliche Unsicherheiten. Der Weltklimarat IPCC nennt einen durchschnittlichen RFI-Faktor von 2,7. Andere Wissenschaftler differenzieren zwischen Kurz-, Mittel- und Langstreckenflügen und gehen von einem RFI-Faktor von 1,9 bis 4,7 aus. 

Das Umweltbundesamt betont, das u.a. die Emission von Stickoxiden und die Förderung vermehrter Wolkenbildung durch den Ausstoß von Rußpartikeln und Wasserdampf bedeutsam für den RFI seien. Da sich die Wirkung dieser Stoffe allerdings bisher noch nicht mit der gleichen Sicherheit wie die anderen Effekte des Flugverkehrs bestimmen lassen, sollte der RFI als Spanne zwischen 3-5 angegeben werden. D.h. dass die Klimawirkung des Flugverkehrs mindestens 3 x und höchstens 5 x so groß wie die Wirkung des ausgestoßenen Kohlendioxids allein ist. Entscheidend für die Bestimmung des RFI ist dabei u.a. die Flughöhe, die bei Langstreckenflügen am höchsten ist und diese damit auch am klimaschädlichsten sind.

Der durch den Luftverkehr zu verantwortende Klimaschaden beträgt bei Berücksichtigung des RFI-Faktors sechs bis zehn Prozent des gesamten, menschengemachten Treibhauseffektes. Die Verursacher sind dabei jedoch nur ein sehr kleiner Teil der Weltbevölkerung.