Qualitätsstandards für CO2-Ausgleichsprojekte

Für jeden von uns ist es auf den ersten Blick schwierig, den konkreten Nutzen und die Qualität eines Klimaschutzprojektes für den CO2-Ausgleich zu bewerten. Aus diesem Grund gibt es etablierte Qualitätsstandards für CO2-Ausgleichsprojekte

Diese Standards gewährleisten die Einhaltung bestimmter Qualitätskriterien. Sie stellen sicher, dass Treibhausgasemissionen tatsächlich in der angestrebten Höhe reduziert und die in vielen Fällen zusätzlich kommunizierten sozialen Vorteile aus den Projekten tatsächlich erzielt werden.

Im Rahmen der in den Standards verankerten Qualitätsprüfungen werden z.B. die folgenden Fragen von unabhängigen Prüfern, den sog. Zertifizierern, i.d.R. auf jährlicher Basis geprüft:

  • Werden dank des Klimaschutzprojektes tatsächlich Emissionen reduziert? 
  • Hätte das Projekt nicht ohnehin stattgefunden, oder ist es tatsächlich zusätzlich zum business-as-usual Szenario? Warum wird es überhaupt mit Emissionsminderungsgutschriften "belohnt"?
  • Wie können z.B. nach der Aufforstung eines Waldes negative Nebeneffekte, wie z.B. das Verdrängen einheimischer Tier- und Pflanzenarten durch Monokulturen, vermieden werden?

    In den letzten Jahren haben sich immer mehr Qualitätsstandards für den freiwilligen CO2-Ausgleich etabliert. Bei klimaneutral jetzt setzen wir auf die folgenden vier Qualitätsstandards.

    Verified Carbon Standard (VCS)

    Das ist das logo des Verified Carbon Standards, also des führenden Standards für Klimaschutzprojekte für Klimaneutralität.

    Der VCS ist der weltweit am meisten genutzte Standard zum freiwilligen Ausgleich von Treibhausgasemissionen.

    Er wurde 2005 entwickelt u.a. von The Climate Group und dem World Economic Forum entwickelt und wird von der gemeinnützigen Nicht-Regierungsorganisation VERRA geleitet. VERRA führt zudem auch die Datenbank, in welcher alle VCS-Projekte und deren Emissionsminderungsgutschriften registriert sind.

    Alle Details zu VERRA und dem VCS findest Du hier

    Gold Standard for the Global Goals

    Das ist das logo des Gold Standards for the Global Goals, eines der führenden Standards für Klimaschutzprojekte für Klimaneutralität.

    Der Gold Standard wurde im Jahr 2003 vom World Wide Fund for Nature (WWF) und mehr als 20 weiteren internationalen Umweltverbänden entwickelt. Träger des Standards ist die gemeinnützige Gold Standard-Stiftung mit Sitz in der Schweiz. Gold Standard Klimaschutzprojekte zeichnen sich vor allem dadurch aus, dass sie neben der Reduzierung von CO2-Emissionen gleichzeitig zu einer nachhaltigen Entwicklung in der jeweiligen Projektregion beitragen, also zusätzlich zum Klimaschutz auch sozialen Mehrwert bringen.

    Nach der Verabschiedung des Pariser Klimaabkommens (Paris Agreement) in 2015 und der Formulierung der UN-Nachhaltikgeitsziele (UN Sustainable Development Goals) hat der Gold Standard seinen Standard zum "Gold Standard for the Global Goals" weiterentwickelt. Die Standard-Erweiterung umfasst z.B. nun auch Projektauswirkungen auf Bereiche wie Gesundheit oder Wasserversorgung und stößt damit neue Investitionen für nach dem Gold Standard zu zertifizierende Klimaschutzprojekte an.

    Clean Development Mechanism (CDM)

    Das ist das logo des Clean Development Mechanism, einer der führenden Standards für Klimaschutzprojekte für Klimaneutralität.

    Im Rahmen des Kyoto Protokolls von 1997 wurde der Clean Development Mechanism (CDM) aus der Taufe gehoben. Der CDM kann nicht nur für den freiwilligen Emissionsausgleich genutzt werden, sondern auch für staatliche Klimaschutz-Programme. Daher können gleichermaßen Regierungen, Unternehmen und Privatpersonen die zertifizierten Emissions-Gutschriften aus CDM Projekten (= Certified Emission Reductions, CERs) erwerben und für ihre jeweiligen Klimaschutzzwecke nutzen.

    Ein bei den Vereinten Nationen ansässiger unabhängiger Aufsichtsrat (CDM Executive Board) erarbeitet Vollzugsregeln und entscheidet über Projekte und die Ausstellung von Minderungsgutschriften.

    Für Klein- und Kleinstprojekte gelten vereinfachte Regelungen, die sog. Programmes of Activities (PoAs). Die PoAs bündeln mehrere kleinere Klimaschutzmaßnahmen zu einem Klimaschutzprojekt und machen diese dadurch häufig erst finanziell möglich.

    Bei klimaneutral jetzt setzen wir auch auf Projekte, welchem dem CDM Qualitätsstandard der Vereinten Nationen folgen. 

    Climate, Community and Biodiversity Standard (CCBS) als Zusatzsstandard

    Das ist das logo der Climate, Community and Biodiversity Standards, einer der führenden Standards für Klimaschutzprojekte für Klimaneutralität.

    Der Climate, Community and Biodiversity Standard ist ein viel genutzter Zusatzstandard und ist nur in einer Kombination mit dem VCS anwendbar. Er zielt auf die Untersuchung des Gesamtnutzens eines Projektes ab, der über die reinen Emissionsreduktionen hinausgeht. Besonderer Fokus wird dabei auf den Erhalt der Artenvielfalt und die sozialen Auswirkungen in den Projektregionen gelegt. Der CCBS hat keine eigene Methodologie zur Berechnung von Emissionsminderungen, da er eben nur in Kombination mit dem VCS Anwendung findet.

    Der CCBS wurde in den Jahren 2012/2013 von Forschungsinstituten, Unternehmen und Umweltgruppen gemeinsam entwickelt und findet vor allem bei forst- und landwirtschaftlichen Projekten Anwendung. Der gemeinnützige Standard wird durch den Träger des Verified Carbon Standard (VCS), also VERRA, verwaltet. Mehr Details zum CCBS findest Du hier.