Das Pariser Klimachutzabkommen von 2015

Auf der Klimaschutzkonferenz in Paris im Dezember 2015 haben sich 195 Länder auf ein allgemeines, rechtsverbindliches und weltweites Klimaschutzübereinkommen geeinigt.

Das Übereinkommen besteht aus einem globalen Aktionsplan, der die Erderwärmung auf deutlich unter 2°C begrenzen soll, um dem vom Menschen gemachten Klimawandel entgegenzuwirken.

Das Pariser Übereinkommen schlägt dabei eine Brücke zwischen den bereits heute existierenden klimapolitischen Strategien der Regierungen weltweit und der bis Mitte dieses Jahrhunderts zu erzielenden globalen Klimaneutralität. Klimaneutral zu leben und zu wirtschaften bis 2050 ist global notwendig, um das  2°C-Ziel erreichen zu können.

Klimaziele von Paris im Detail

Konkret einigten sich die Staaten in Paris auf folgende Ziele und Maßnahmen:

  • das Ziel, den Anstieg der weltweiten Durchschnittstemperatur auf deutlich unter  2°C gegenüber vorindustriellen Werten zu begrenzen;
  • das zusätzliche Ziel, den Anstieg idealerweise auf 1,5°C zu begrenzen, da dies die Risiken und Folgen des Klimawandels deutlich vermindern würde;
  • Anstrengungen zu unternehmen, dass die weltweiten Emissionen zeitnah ihren Gipfel überschreiten, wobei Entwicklungsländern hierfür mehr Zeit eingeräumt wird; und
  • rasche Emissionssenkungen auf Grundlage der besten verfügbaren wissenschaftlichen Erkenntnisse.

Um diese Ziele erreichen zu können, müssen alle unterzeichnenden Länder umfassende nationale Klimaschutzpläne vorlegen.

Die Staaten werden ferner

  • alle 5 Jahre gemeinsam strengere Ziele festlegen, wenn sich dies nach wissenschaftlichen Erkenntnissen als erforderlich erweist;
  • Bericht darüber erstatten, welche Fortschritte sie bei der Verwirklichung ihrer Ziele erreicht haben; und
  • die Fortschritte bei der Zielerreichung über ein robustes Transparenz- und Rechenschaftspflichtsystem monitoren.

 Das Pariser Klimaschutzabkommen von 2015 ist hier im Original einzusehen.

Verhindern die Emissionsminderungsziele von Paris die Erderwärmung?

In Paris haben sich die Regierungen der Welt verpflichtet, den globalen Temperaturanstieg auf unter 2°C zu halten. Im neuesten Update des Weltklimarats IPCC von 2018 - dem SR1.5-Bericht - unterstreichen die Wissenschaftler jedoch, dass 2°C  kein sicheres Niveau sind. Wir haben heute bereits eine globale Erwärmung von etwa 1,2°C erreicht.

In ihrem Bericht betonen die Wissenschafter stattdessen, wie wichtig es ist, die Erwärmung auf unter 1,5°C zu begrenzen. Und das soll uns die bestmögliche Chance geben, das Erreichen sogenannter Klima-Kipppunkte zu vermeiden und irreversible Kettenreaktionen auszulösen, die außerhalb der Kontrolle des Menschen liegen. 

In Kapitel 2 des SR1.5-Berichts heißt es, dass wir am 01.01.2018 noch 420 Gt CO2 weltweit emittieren durften, um eine 66% Chance zu haben, unter dem 1,5°C -Ziel zu bleiben. Wir stoßen jedes Jahr etwa 42 Gt COaus, einschließlich Landnutzung wie Forstwirtschaft und Landwirtschaft. So sind wir heute schon bald auf weniger als 300 Gt  COgesunken, die noch emittiert werden dürfen.

Dies entsprach in 2018 noch weniger als 7,5 Jahren der heutigen "business as usual" -Emissionen, bis dieses Budget vollständig aufgebraucht ist. Dies ist das Kohlenstoffbudget, mit dem wir die besten Chancen haben, das 1,5°C-Ziel zu erreichen. 

Es könnte nicht offensichtlicher sein: die Zeit drängt! Wir müssen jetzt die Ziele von Paris umsetzen und tiefgreifende Veränderungen in unserer Lebensweise auf unserem Planeten umsetzen.