Kleinbiogasanlagen in Indien, 
Klimafreundlich Kochen

kochen mit Biogas anstatt mit Holz spart Zeit, Rohstoffe und das bei der Verbrennung normalerweise freigesetzte CO2.

Im Rahmen des Klimaschutzprojektes "Kleinbiogasanlagen für Bagepalli" bauen die Projektverantwortlichen zusammen mit den lokalen Familien kleine Biogasanlagen. Diese werden mit Kuhdung und Wasser gespeist und dienen der Erzeugung von Biogas u.a. zum Kochen. 

Männer bauen eine Biogasanlage in Bagepalli in Indien. Eine Frau lädt eine Biogasanlage in Bagepalli in Indien.Mann und Frau essen Mittag von einer Biogasanlage in Bagepalli in Indien.

PROJEKTFAKTEN

Das ist eine Landkarte von Indien mit Karnataka und Bagepalli.

STANDORT:
Bagepalli, Indien

PROJEKTBEGINN:
2010

PROJEKTENTWICKLER:
Bagepalli Coolie Sangha (BCS)
FairClimateFund (FCF) – The Netherlands

EXTERNE PRÜFER:
TÜV NORD CERT GmbH
Carbon Check (India) Private Limited
DNV Climate Change Services AS

QUALITÄTSSTANDARDS:
Clean Development Mechanism (CDM)
Gold Standard VER (GS VER)

JÄHRLICHE CO2-REDUKTION:
ca. 21.000 t CO2

LINK ZU DEN PROJEKT-DOKUMENTEN:
https://registry.goldstandard.org/projects/details/1182

Projektnutzen 

  • Das Bagepalli Kleinbiogas-Projekt spart ca. 21.000 Tonnen CO2 pro Jahr ein 
  • Emissionen, die normalerweise bei der Verbrennung von Holz verursacht werden, werden vermieden
  • Schutz und langsame Erholung lokaler Wälder durch den geringeren Verbrauch von Feuerholz
  • Die Haushalte sparen Geld und Zeit, die sie früher zum Beschaffen von Brennmaterial benötigt haben 
  • Die "Abfälle" der Biogasanlagen können am Ende als Dünger verwendet werden 
  • Kein Rauch, keine schädlichen Dämpfe in den Häusern
  • Saubere Luft: weniger Atemwegserkrankungen und Augenentzündungen
  • Neue Arbeitsplätze: Ausbildung von Fachkräften zur Instandhaltung und Wartung der Biogasanlagen
  • Frauen haben mehr Zeit: Einige haben kleine Geschäfte eröffnet
  • 240 Frauen wurden für die Wartung der Biogasanlagen geschult und verdienen ein zusätzliches Einkommen

Projekt-Hintergrund

In vielen ländlichen Haushalten in Indien wird auf einfachen offenen Feuerstellen im Haus gekocht. Dafür braucht es viel Holz und es entsteht gesundheitsschädlicher Rauch. Atemwegserkrankungen und Augenentzündungen treten sehr häufig auf, besonders bei Frauen und Kindern.

Unser Klimaschutzprojekt in Karnataka fördert kleine Biogasanlagen für Privathaushalte. Aus Kuhdung und organischen Haushaltsabfällen wird Biogas erzeugt. Damit können die Familien bedenkenlos kochen.

Die Rauchentwicklung entfällt, ebenso das mühsame Holzsammeln: viele Frauen und Kinder waren vorher ca. einen Tag pro Woche allein damit beschäftigt. Nun haben sie mehr Zeit, um zu arbeiten und zu lernen.

Weil sie obendrein die Wälder schonen und CO2 einsparen, indem sie kein Holz mehr verbrennen, kann sich das Projekt über den Klimaschutz finanzieren. Die Familien müssen jeweils selbst bei der Installation der Anlage anpacken. Bereits 18.000 solcher Anlagen wurden errichtet, jede mit einer Kapazität von 2 Kubikmetern.

Wie funktioniert Klimaschutz mit Biogas?

In Biogasanlagen vergärt Biomasse in luftdicht abgeschlossenen Faulbehältern zu Biogas. Biomasse kann aus organischen Abfällen, aus Hinterlassenschaften von Kühen oder anderen Tieren bestehen.

In Ländern wie Indien verwenden Familien das Gas aus Kleinbiogasanlagen vornehmlich zum Kochen. Dadurch werden CO2-Emissionen reduziert, die beim Kochen mit Holz oder Holzkohle entstehen würden.

Biogasanlagen verhindern zudem, dass Methan in die Atmosphäre gelangt – wie etwa bei der Lagerung von organischen Abfälle in einer Grube. Stattdessen wird das entstehende Gas aus dem geschlossenen Behälter direkt zu den Kochstellen geleitet.





Jeder Beitrag hilft!






Einsparung von ca. 21.000 Tonnen
C02 durch einen geringerer Einsatz von Feuerholz
und langsame Erholung lokaler Wälder  






Die "Abfälle" der Biogasanlagen
werden am Ende als Dünger verwendet 






Bereits 18.000 Biogasanlagen wurden durch durch den Verkauf von Emissionsminderungen ermöglicht 







Weniger Atemwegserkrankungen und Augenentzündungen durch sauberere Luft






Neue Arbeitsplätze. Ausbildung von
Fachkräften zur Instandhaltung der Anlagen

Beitrag zu den UN-NachhaltigkeitsZielen

Das sind die Ziele der Vereinten Nationen für nachhaltige Entwicklung.

Projekt Qualitätsstandards

Das ist das logo des Clean Development Mechanism.

Clean Development Mechanism (CDM)

Im Rahmen des Kyoto Protokolls von 1997 wurde der Clean Development Mechanism (CDM) aus der Taufe gehoben. Der CDM kann nicht nur für den freiwilligen Emissionsausgleich genutzt werden, sondern auch für staatliche Klimaschutz-Programme. Daher können gleichermaßen Regierungen, Unternehmen und Privatpersonen die zertifizierten Emissions-Gutschriften aus CDM Projekten (= Certified Emission Reductions, CERs) erwerben und für ihre jeweiligen Klimaschutzzwecke nutzen.

Das ist das logo des Gold Standard for the Global Goals.

Der Gold Standard

wurde im Jahr 2003 vom World Wide Fund for Nature (WWF) und mehr als 20 weiteren internationalen Umweltverbänden entwickelt. Träger des Standards ist die gemeinnützige Gold Standard-Stiftung mit Sitz in der Schweiz. Gold Standard Klimaschutzprojekte zeichnen sich vor allem dadurch aus, dass sie neben der Reduzierung von CO2-Emissionen gleichzeitig zu einer nachhaltigen Entwicklung in der jeweiligen Projektregion beitragen, also zusätzlich zum Klimaschutz auch sozialen Mehrwert bringen.