Betreiben wir Ablasshandel mit der CO2-Kompensation? Und was passiert genau mit meinem Geld?

Die Dringlichkeit des globalen Klimawandels ist nicht mehr wegzudiskutieren. Die wissenschaftlichen Tatsachen und die mittlerweile für uns alle offensichtlichen regionalen und globalen Klimaveränderungen sprechen eine deutliche Sprache. Wir müssen jetzt entschlossen Maßnahmen ergreifen, in der Hoffnung, die schlimmsten Folgen des globalen Klimawandels noch abmildern zu können.

Wir alle sind hier gefragt!

Genau deswegen haben wir klimaneutral jetzt ins Leben gerufen. klimaneutral jetzt steht für eine Haltung, wie wir unseren Fußabdruck auf dieser Welt hinterlassen wollen. Dieser muss zweifelsfrei kleiner und nachhaltiger werden.

Was ist das Ziel von klimaneutral jetzt?

Wir haben uns zum Ziel gesetzt, das Thema Klimaschutz weiter ins öffentliche Bewusstsein zu bringen. Obwohl die Folgen des globalen Klimawandels heute bereits so deutlich spürbar sind, ist das Wissen bei vielen von uns über die Ursachen und Folgen des Klimawandels noch vergleichsweise gering. Und auf die Frage danach, was wir ganz persönlich tun können, um dem Klimawandel entgegenzuwirken, wird sehr häufig lediglich mit „Iss weniger Fleisch!“ und „Fahr mehr Fahrrad und Bahn!“ reagiert.

Doch dies allein wird nicht genügen. Wir müssen so schnell wie möglich den Pfad zur vollständigen Klimaneutralität in Wirtschaft und Gesellschaft beschreiten. Dies können wir kurz- und mittelfristig nur über das Zusammenspiel von Emissionsvermeidung, Emissionsreduktion und schließlich die Kompensation der dann noch verbliebenen Treibhausgasemissionen machen.

klimaneutral jetzt bietet euch - neben vielen Tipps für Klimaschutz im Alltag - die Möglichkeit, euren eigenen CO2-Fußabdruck mit internationalen und geprüften Klimaschutzprojekten zu kompensieren und damit bereits heute klimaneutral zu leben. Wir wollen euch damit helfen, ein noch größeres Bewusstsein für Klimaschutz im Alltag zu entwickeln und dieses auch aktiv umzusetzen.

CO2-Kompensation bedeutet dabei, den Blick nicht nur auf uns selber in Deutschland zu richten. Oft wird als Rechtfertigung zur Ablehnung von Klimaschutzmaßnahmen in Deutschland darauf hingewiesen, dass Deutschland lediglich einen direkten Anteil von ca. 2% an den jährlichen globalen Treibhausgasemissionen hat und alle inländischen Klimaschutzanstrengungen dementsprechend global wirkungslos wären. Dies ist jedoch nur die halbe Wahrheit. Unsere Verantwortung für das globale Klima ist ungleich größer als 2%.

  • Zunächst wird ein großer Teil der in Deutschland konsumierten Lebensmittel und Konsumgüter importiert und damit im Ausland produziert, wodurch wir die Verantwortung auch für Treibhausgase mittragen, die bei den Produktionsprozessen in vergleichsweise emissionsintensiven Produktionsstätten im Ausland entstehen.
  • Außerdem hat Deutschland pro Kopf einen mehr als doppelt so hohen CO2-Ausstoß als der weltweite Durchschnitt – d.h., wir zählen pro Kopf gesehen zu den Hauptverursachern der globalen Klimakrise.
  • Zuletzt zählt Deutschland zu den wohlhabendsten Ländern der Welt. Wenn selbst wir uns nicht dazu durchringen wollen und können, einen Beitrag zur Bekämpfung des globalen Klimawandels zu leisten, wer soll dann die Verantwortung für die zukünftige Lebenswelt unserer Kinder tragen?

Informationen zum Klimawandel und Klimaschutztipps

Der Weg zu einem klimaneutralen Lebensstil bzw. einer Null-CO2-Bilanz ist für uns alle ein Prozess. Das Klimaabkommen von Paris von 2015 und die Klimaziele der Europäischen Union setzen uns allen die Klimaneutralität bis zum Jahr 2050 zum Ziel. Um das Ziel erreichen zu können, müssen wir viele kleine und konkrete Schritte gehen. Dies erfordert Information zu den Ursachen des Klimawandels und Motivation dafür, Klimaschutzmaßnahmen im Alltag selber umzusetzen. Ein erster kleiner Schritt zur Emissionsvermeidung bzw. -reduktion für Dich ganz persönlich könnte sein, den eigenen Fleischkonsum zu reduzieren und Dein Mobilitätsverhalten zu hinterfragen. Es gibt unzählige kleine und machbare Möglichkeiten das Klima zu entlasten.

Fundierte Informationen zum Klimawandel und sehr konkrete und gut aufbereitete Klimaschutztipps für den Alltag gibt es mittlerweile zahlreich im Internet. Daher verzichten wir bei klimaneutral jetzt derzeit darauf, diesbezüglich das Rad neu erfinden zu wollen. Aktuell bieten wir euch eine Zusammenstellung von fundierten Quellen der Klimawandelforschung und eine Übersicht von Tipps für Klimaschutz im Alltag. In den nächsten Jahren wollen wir jedoch eine eigene Bibliothek für wirksame und gut umsetzbare Klimaschutz-Tipps im Alltag auch auf unserer Seite aufbauen.

Wir alle in Deutschland sind durchschnittlich für 11,6 t klimaschädlicher Treibhausgase pro Jahr und Kopf verantwortlich. Das entspricht also rund 1 t Treibhausgas pro Monat und Person. Gemäß der Zahlen des Umweltbundesamtes setzen sich unsere Emissionen zusammen aus:

  • Privater Stromverbräuchen und Heizung (21 %)
  • individiduelle Mobilität inkl. Flugreisen (19 %)
  • Ernährung (15 %)
  • sonstigem Konsum (39 %)
  • öffentliche Emissionen (6 %)

Selbst wenn wir uns große Mühe geben so viele Emissionen wir möglich im Alltag zu reduzieren – vollständig klimaneutral leben durch Emissionsvermeidung im Alltag werden wir nicht können aufgrund unseres Lebensstils in Deutschland und der damit zusammenhängenden Emissionen.

CO2-Kompensation - betreiben wir bei klimaneutral jetzt Ablasshandel?

Genau deswegen bieten wir euch die Möglichkeit bei klimaneutral jetzt, euren nach allen persönlichen CO2-Reduktionsanstrengungen verbleibenden CO2-Fußabdruck mit zertifizierten internationalen Klimaschutzprojekten zu kompensieren. Mit jedem von Dir investierten Euro können in einem internationalen Klimaschutzprojekt viel mehr Treibhausgase eingespart werden, als in Deutschland. Gründe dafür sind der vergleichsweise hohe technische Entwicklungsstand und der bereits hohe durchschnittliche Lebensstandard in Deutschland. Daher ist es ökonomisch und sozial betrachtet häufig sinnvoller, Treibhausgasemissionen in technisch und sozial weniger weit entwickelten Ländern einzusparen. Dort ist die positive Auswirkung jedes investierten Euros i.d.R. weitaus größer als in Deutschland. Aus diesem Grund sind unsere CO2-Kompensationsprojekte in Entwicklungs- und Schwellenländern beheimatet.

Viele Kritiker des Prinzips der CO2-Kompensation behaupten, dass Kompensationszahlungen für CO2-Emissionen lediglich zur Beruhigung des eigenen Gewissens nützen, jedoch die eigentliche Herausforderung - nämlich die Reduktion des eigenen CO2-Fußabdrucks - vernachlässigen. Es wird dabei häufig ein mittelalterlicher Ablasshandel unterstellt, bei welchem wir uns von unseren Sünden freikaufen können, ohne unser Verhalten ändern zu müssen.

Wir bei klimaneutral jetzt sehen das entschieden anders! Dies aus zwei Gründen.

  • Erstens lässt uns der schnell voranschreitende Klimawandel uns keine Zeit mehr - wir müssen jetzt aktiv werden. Natürlich müssen wir zunächst nachhaltig unsere eigenen Emissionen vermeiden und reduzieren. Aber es ist in jedem Fall immer sinnvoller, eine derzeit für uns derzeit nicht weiter reduzierbare Tonne an CO2-Emissionen auszugleichen und damit an anderer Stelle zu vermeiden, als so lange zu warten, bis diese irgendwann auch in Deutschland vermeidbar wird. Wir haben hierfür schlicht keine Zeit. Die CO2-Kompensation mit internationalen Klimaschutzprojekten ermöglicht bereits heute eine sinnvolle zeitliche Brücke bis zur tatsächlich vollzogenen CO2-Vermeidung in Deutschland zu bauen. Wie oben bereits beschrieben: es ist uns in unserer heutigen Gesellschaft in Deutschland (noch) nicht möglich, den eigenen CO2-Fußabdruck zu 100% zu reduzieren. Hier bleibt letztlich nur die Kompensation unserer verbliebenen Treibhausgase als Übergangsmechanismus und einzig verbleibendes Mittel, um bereits heute klimaneutral leben zu können.
  • Zweitens zeigen wissenschaftliche Untersuchungen eindeutig, dass sich Nutzer von CO2-Ausgleichsangeboten ohnehin durch ein hohes Umweltbewusstsein auszeichnen. Die Wissenschaftler kommen zu dem Ergebnis, dass es sich bei der CO2 Kompensation eben gerade nicht um „Ablasshandel“ handelt, sondern das Instrument den Ausgleich von schwer vermeidbaren Emissionen ermöglicht, was insgesamt zu mehr Klimaschutz führt. Diese Ergebnisse wurden u.a. hier Die Praxis bei der tatsächlichen Nutzung von CO2-Kompensation zeigt also deutlich, dass sich i.d.R. Menschen diesbezüglich engagieren, die ohnehin schon Maßnahmen zur Verringerung des eigenen CO2-Fußabdrucks unternommen haben. Dies ist wahrscheinlich auch genau der Grund, warum Du jetzt gerade diesen Text liest.

Das passiert konkret mit eurem Geld für die CO2-Kompensation

Eine der ersten Fragen an uns von vielen von euch ist stets die legitime Sorge darum, was genau mit dem von euch gezahlten Beitrag für die CO2-Kompensation geschieht.

Wir bei klimaneutral jetzt sind Teil der planetgood GmbH. Die planetgood GmbH ist eine kleine Organisation mit geringen Transaktionskosten und derzeit drei ehrenamtlichen Mitarbeiterinnen/Mitarbeitern. Hierdurch können wir sicherstellen, dass nur ein vergleichsweise kleiner Teil Deines Geldes, welches Du für die Kompensation Deiner CO2-Emissionen ausgibst - für Administrations- oder Werbezwecke genutzt wird. Nichtsdestotrotz erfordert der Aufbau und das professionelle Führen einer GmbH gesunde Finanzen. Daher ist es unser Ziel, die Mitarbeiter der GmbH sobald als möglich mit einem Gehalt auszustatten und unsere Initiative weiter auszubauen.

Grundsätzlich orientieren wir uns bei der Verwendung eurer Gelder am Spendensiegel der Stiftung Deutsches Zentralinstitut für soziale Fragen (DZI), bei welchem die Werbungs- und Verwaltungskosten pro ausgegebenem € bei nicht mehr als einem Drittel des geleisteten Beitrages liegen sollte. Der überwiegende Anteil Deines Beitrages wird somit stets für den Erwerb von CO2-Minderungsgutschriften von zertifizierten Klimaschutzprojekten verwendet und fließt damit den Klimaschutzprojekten zu, welche für die jeweilige CO2-Minderung zur Kompensation Deines persönlichen CO2-Fußabdrucks sorgen.

Im Vergleich zu vergleichbaren Anbietern im Bereich der persönlichen CO2-Kompensation sind wir bei klimaneutral jetzt die günstigsten Anbieter mit einem Durchschnittspreis von 14€ pro Tonne CO2-Minderungsgutschrift. Diese „Preisführerschaft“ haben wir aus drei Gründen.

  • Erstens hängt dies mit unserer bereits genannten schlanken Struktur und den damit zusammenhängenden vergleichsweise geringen Organisationkosten zusammen.
  • Zweitens kooperieren wir in den Ländern, in welchen unsere CO2-Kompensationsprojekte beheimatet sind, mit sehr etablierten Projektentwicklern, welche i.d.R. die notwendige Vorabfinanzierung der Klimaschutzprojekte selber tragen. Dies erspart uns zum einen die Kosten für etwaige Kredite oder Vorschüsse zur Projektentwicklung. Zum anderen wird hierdurch auch das Risiko eliminiert, dass die Klimaschutzprojekte scheitern und wir euer Geld verlieren könnten. Wir leiten euer Geld erst an die Projekte weiter, sobald der Nachweis der CO2-Minderung und der Zusätzlichkeit der Projekte von unabhängigen Prüfern erbracht und zertifiziert ist.
  • Drittens setzt sich unser Geschäftsführer Sascha Lafeld bereits seit 2003 intensiv mit den Themen Klimaschutz, CO2-Kompensation und Klimaneutralität auseinander. Er hat die internationalen Qualitätsstandards für transparente CO2-Kompensation mitentwickelt und hat sich ein großes Netzwerk an Klimaschutz-Projektentwicklern in vielen Ländern aufgebaut. Diese Expertise und das Netzwerk an globalen Klimaschutzprojekten bringt Sascha nun bei klimaneutral jetzt

Darum bekomme ich keine Spendenquittung bei klimaneutral jetzt

Wir haben lange intern bei klimaneutral jetzt diskutiert, ob wir – analog zu vielen anderen Anbietern im Bereich der CO2-Kompensation – die rechtliche Struktur einer gemeinnützigen GmbH oder eines Vereins wählen sollten. Wir haben uns letztlich bewusst dagegen entschieden. klimaneutral jetzt ist Teil einer im Kern gewinnorientierten GmbH und wir stellen keine Spendenquittungen für euren CO2-Ausgleich aus.

Wir sind fest davon überzeugt: solange Klimaschutzaktivitäten lediglich als Spenden verstanden werden, werden wir nicht die Größenordnung von Klimaschutz erreichen, die notwendig ist, diesen Planeten als lebenswert zu erhalten. Wir müssen Klimaschutz in unser am Gewinn orientiertes Wirtschaftssystem fest integrieren, und eben nicht als Spenden-Thema begreifen.

Zudem möchten wir euch nicht nur über das Ausstellen einer Spendenquittung davon überzeugen klimaneutral zu leben, sondern über nützliche Informationen zum Klimawandel/Klimaschutz und eine hohe Qualität unserer Kompensationsangebots. Eine solche hochwertige Leistung professionell anbieten zu können erfordert Ressourcen und muss wirtschaftlich sein. Wir wollen mit der planetgood GmbH zeigen, dass Marktwirtschaft auch nachhaltig funktionieren kann zum Wohle des Planeten, und nicht nur – wie derzeit weitgehend praktiziert – zu seinem Schaden. Nur so glauben wir, dass wir innerhalb unseres bestehenden Wirtschaftssystems die Wende zu mehr Klimaschutz hinbekommen.

Wie bildet sich der Preis bei CO2-Minderungsgutschriften?

Für alle die von euch, die mehr wissen wollen, sei an dieser Stelle noch die Preisbildung von CO2-Minderungsgutschriften erklärt. Die Preise für CO2-Minderungsgutschriften unterscheiden sich i.d.R. von Klimaschutzprojekt zu Klimaschutzprojekt. Die Preisbildung orientiert sich dabei an den folgenden Kriterien:

  • Qualitätsstandard:Klimaschutzprojekte gemäß Gold Standard sind i.d.R. kostenintensiver als Projekte unter dem Verified Carbon Standard. Dies liegt vor allem daran, dass bei Gold Standard Projekten zusätzlich zur CO2-Reduktion noch soziale Kriterien von den externen Projektzertifizierern geprüft werden müssen.
  • Projektgröße: Ein großer Windpark spart im Vergleich zu einer einem Projekt, in welchem Familien-Biogasanlagen gebaut und erhalten werden, wesentlich mehr COzu wesentlich geringeren Monitoring-Kosten pro Tonne ein. Dies wirkt sich entsprechend auf den Preis der Minderungsgutschriften aus.
  • Projekttyp und -standort: Bei bestimmten Projekttypen (z.B. Wiederaufforstung, effiziente Kochöfen) gibt es vergleichsweise mehr Nachfrage und ein dementsprechend geringeres verfügbares Angebot an Minderungsgutschriften. Dies führt zu höheren Preisen. Gleiches gilt für Projektstandorte – auch hier preist der Markt die Geographie eines Klimaschutzprojektes mit ein (z.B. sind afrikanische Projekte im Preis höher als vergleichbare Projekte in Indien).
  • Menge der gekauften Emissionsminderungsgutschriften: Mengenrabatte gibt es auch im Markt für Emissionsminderungsgutschriften. Diese Rabatte sind ökonomisch zu begründen, da mit steigender Abnahmemenge beim Kauf die Transaktionskosten des Kaufs auf eine größere Menge Emissionsminderungen umgelegt werden können. Damit sinken die Transaktionskosten pro Tonne eingespartem CO2, was den Preis für die Gutschriften bei höherer Abnahmemenge sinken lässt.

Der von uns veranschlagte Preis von 14€/t CO2-Minderung ist ein Durchschnittspreis, welcher sich aus den Preisen der CO2-Minderungszertifikate von allen 9 von uns unterstützten Klimaschutzprojekten im Durchschnitt ergibt.

Falls ihr zu einem der oben genannten Punkte noch Fragen haben solltet, dann würden wir uns über eine email unter service@klimaneutral-jetzt.de sehr freuen.